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Kaffee-Blog.

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Aktuell (Stand Januar 2026) bieten wir in unserer Special Process Edition den Whiskey Barrel Aged - Honduras Moke an. Doch was ist Whiskey Barrel Aged Kaffee eigentlich?


Whiskey Barrel Aged Coffee oder "Whiskeyfass gereifte Kaffeebohnen" ist eine noch eher unbekannte, aber faszinierende Kaffeespezialität, die in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen hat – vor allem bei Kaffeeliebhabern und Fans von gealterten Getränken wie Wein, Rum oder eben Whiskey. Dabei handelt es sich um Kaffee, der auf besondere Weise veredelt wird: durch die Reifung in gebrauchten Whiskey-fässern.

Doch was steckt genau dahinter – und warum schmeckt dieser Kaffee so aussergewöhnlich?


Der Barrel-Aging-Prozess

Am Anfang steht die sorgfältige Auswahl hochwertiger, grüner Kaffeebohnen. Diese werden vor dem Rösten in Fässer gefüllt, die zuvor Spirituosen oder Wein enthielten. Die Wahl des Fasses spielt dabei eine zentrale Rolle, denn jedes Fass bringt seine ganz eigenen Aromen mit.

Whiskeyfässer verleihen dem Kaffee zum Beispiel Noten von Eiche, Karamell, Vanille und manchmal sogar einen Hauch Rauch. Rumfässer sorgen eher für süssliche, tropische Akzente, während Weinfässer fruchtige und erdige Nuancen beisteuern können.

Die Reifezeit variiert je nach Röster und gewünschtem Geschmacksprofil und kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. In dieser Zeit nehmen die Bohnen die im Holz und in den Fassrückständen enthaltenen Aromen langsam auf. So entsteht eine harmonische Verbindung aus Kaffee und Fasscharakter.



Einfluss auf den Geschmack

Das Besondere an Barrel Aged Coffee ist sein komplexes und vielschichtiges Aromaprofil. Die Kaffeebohnen nehmen Duft- und Geschmacksstoffe der Spirituosen auf, ohne dabei alkoholisch zu werden.

Das Ergebnis sind Kaffees mit aussergewöhnlichen Noten – von Vanille und Karamell über reife Früchte bis hin zu feinen Gewürzanklängen. Jeder Schluck bietet ein neues Geschmackserlebnis und spricht sowohl Kaffeegeniesser als auch Liebhaber edler Spirituosen an.


Unterschiedliche Fässer, unterschiedliche Aromen

Die Vielfalt an Fassarten macht Barrel Aged Coffee besonders spannend. Verwendet werden unter anderem Fässer aus Bourbon, Rum, Scotch Whiskey sowie Rot- und Weisswein. Jedes Fass prägt den Kaffee auf seine eigene Weise.

Whiskeyfässer bringen meist warme, holzige und süssliche Aromen mit, während Weinfässer fruchtige, teilweise leicht säuerliche und erdige Nuancen hinzufügen. Diese Vielfalt ermöglicht es, immer wieder neue Geschmacksrichtungen zu entdecken.


Vorteile von Barrel Aged Coffee

Komplexer Geschmack: Die Fassreifung verleiht dem Kaffee eine Tiefe und Vielschichtigkeit, die mit klassischen Röstmethoden kaum erreichbar ist. Holz-, Karamell-, Vanille- oder Fruchtnoten verbinden sich mit dem natürlichen Kaffeearoma.

Geringere Säure: Durch den Reifeprozess wird die natürliche Säure des Kaffees oft reduziert. Das macht ihn besonders angenehm für Menschen, die empfindlich auf säurebetonten Kaffee reagieren.

Genuss für Spirituosenliebhaber: Wer Whiskey, Rum oder Wein schätzt, findet im Barrel Aged Coffee eine spannende Möglichkeit, vertraute Aromen in neuer Form zu erleben – ganz ohne Alkohol.

Grosse Vielfalt: Unterschiedliche Bohnen, Holzarten, Fassarten und Herkunftsregionen sorgen für eine enorme Bandbreite an Geschmacksprofilen. So findet jeder seinen persönlichen Favoriten.

Ein besonderes Erlebnis: Barrel Aged Coffee ist mehr als nur Kaffee. Jede Tasse ist eine sensorische Reise und verbindet Handwerkskunst, Kreativität und Genuss auf einzigartige Weise.


Fazit

Whiskey Barrel Aged Coffee ist die perfekte Wahl für alle, die auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen und intensiven Kaffeeerlebnis sind. Die Kombination aus hochwertigem Kaffee und den Aromen edler Spirituosen schafft ein Produkt, das neugierig macht und die Sinne begeistert.

Wenn du Kaffee mit Charakter und Wiedererkennungswert suchst, lohnt es sich definitiv, die Welt des Barrel Aged Coffee zu entdecken – jede Tasse ist ein kleines Abenteuer.

 
 
 

Ihr kennt es vielleicht: Da kauft ihr die teuersten Kaffeebohnen im Sortiment eures Lieblingsrösters und was aus dem Siebträger rauskommt ist entäuschend. Ein Grund: Teurere Kaffeebohnen werden vielfach so angebaut und verarbeitet, dass sie ein möglichst charakteristisches Geschmacksprofil aufweisen, viele mit einer ausgeprägten Säure. Diese Art von Kaffeebohnen werden dann meist heller geröstet, um die charakteristischen Eigenschaften der Kaffeebohne nicht zu stark durch (eher generische) Röstaromen zu überschreiben. Das machen wir auch so, zum Beisiel mit den meisten Bohnen unserer Special Process Edition.


Das Resultat von ausgeprägter Säure und helleren Röstungen sind komplexe und fruchtige, aber für die Espressozubereitung auch sensiblere Kaffeebohnen. Sie verlangen eine präzisere und gegenüber dunkler gerösteten Kaffeebohnen angepasste Extraktion.


Dunkle Röstungen verzeihen mehr. Sie entfalten auch bei suboptimaler Durchlaufzeit und tieferen Temperaturen etc. genügend Aroma: schokoladig, nussig, voll. Fruchtig und hell geröstete Kaffeebohnen brauchen Fingerspitzengefühl, dunkel geröstete Kaffeebohnen sind etwas robuster – beide belohnen auf ihre Weise.


So bereitest du deine Mühle und Espressomaschine für hell geröstete, fruchtige Kaffeebohnen vor, wenn du als letztes eher dunkler geröstete Bohnen zubereitet hast:

  1. Wähle einen feineren Mahlgrad: Hell geröstete Kaffeebohnen haben eine höhere Dichte, weshalb sie von feinerer Mahlung profitieren. Eine Ausnahme hierbei können manche "Natural" Kaffeebohnen sein (hier mehr zu Naturals), welche aufgrund des karamelisierten Zuckers bei feiner Mahlung auch gern mal verstopfen können.

  2. Bei fruchtigen Röstungen lohnt es sich, die Brew Ratio leicht zu erhöhen, z. B. statt 1:2 eher 1:2.3 oder 1:2.4 zu nutzen. Dadurch wird der Espresso klarer, strukturierter und weniger intensiv sauer (hier mehr zum Brew Ratio).

  3. Durchlaufzeit erhöhen: Mit einer höheren Durchlaufzeit werden mehr Röstaromen extrahiert. Dadurch balanciert man dominantere Säuren geschmacklich besser aus. Durchlaufzeiten von 30 oder sogar mehr Sekunden können durchaus angebracht sein.

  4. Brühtempertur überprüfen: Dunkel geröstete Bohnen extrahieren oft auch bei 90 Grad noch einen passablen Espresso. Bei hell gerösteten Bohnen gehen bei Temperaturen unter 90 Grad aber die fruchtigen Noten verloren und das Resultat ist ein flacher und saurer Espresso. Falls du dies an deiner Espressomaschine einstellen kannst, stelle sicher, dass deine Brühtemperatur irgendwo zwischen 92-94 Grad Celsius liegt.


Pro-Tipp für fruchtige, hell geröstete Kaffeebohnen:

Vorliebe für Espresso aus fruchtigen und hell gerösteten Kaffeebohnen ist ein sogenannter erworbener Geschmack (acquired taste). Wie bei rauchigem Whiskey, stark gereiftem Käse oder fermentiertem Gemüse wie Kimchi braucht es Zeit, bis sich dein Gaumen an diese Geschmacksrichtung gewöhnt. Wenn du also fruchtigen Espresso bis jetzt nicht magst: Versuche immer wieder mal einen fruchtigen Espresso, auch wenn es (noch) nicht deins ist - als Belohnung wartet eine ganze Welt voller neuer Geschmäcker in deinem Lieblingsgetränk.


fruchtiger Espresso
fruchtiger Espresso

 
 
 

Zusammenfassend: Meistens ist der Double Shot tatsächlich besser. Ausführlicher:


Ein doppelter Portafilter / Double Shot ("grosses Doppelsieb" mit ca. 18-19g Kaffeemehl) ist weniger fehleranfällig als der einzelne Portafilter / Single Shot ("kleines Sieb" mit ca. 10-11g Kaffeemehl). Warum? Mehr Volumen bedeutet stabilere Extraktion, mehr Toleranz beim Mahlgrad und besserer Geschmack. Kleine Abweichungen wirken sich beim Single Shot stärker aus. Zudem sind viele Siebträgermaschinen auf den doppelten Bezug optimiert. Deshalb gilt: Wer reproduzierbare, gute Ergebnisse will, arbeitet besser und einfacher mit dem Doppelsieb.


Darüber hinaus sind Doppelsiebe für moderne Espressorezepte besser geeignet. Viele Baristas nutzen sie als Standard, da sie eine ideale Balance aus Menge, Extraktionszeit und Temperaturkontrolle bieten. Auch der Puck ist in grösseren Sieben meist stabiler (vgl. letzter Blogbeitrag). Wenn du also noch mit dem Einersieb kämpfst – der Umstieg lohnt sich.


Pro Tipp: Nutze den doppelten Portafilter auch dann, wenn du nur einen Espresso trinken möchtest: Teile den Bezug einfach auf zwei Tassen auf. So profitierst du von der gleichmässigeren Extraktion und erhöhst die Chance auf einen balancierten, aromatischen Shot. Der zweite Espresso kann zwischendurch für Cappuccino, Latte oder sogar für Espresso Tonic im Kühlschrank aufbewahrt werden. Kommt hinzu: Wenn du feinere Espressoshots hinbekommst, willst du vielleicht sowieso einen doppelten trinken!


Beachte:

  • Richtige Dosierung: Halte dich an ca. 18–19 g Kaffeemehl – Überfüllen führt schnell zu Channeling.

  • Mahlgradanpassung: Ein Doppelsieb verzeiht mehr, dennoch solltest du den Mahlgrad regelmässig feinjustieren.

  • Maschinenabhängigkeit: Manche Einsteigergeräte haben Einersiebe, die „Doppelwand-Siebe“ sind (mit Druckausgleich). Hier bringt das Doppelsieb oft den grössten Qualitätssprung.


Fazit: Mit dem Doppelsieb bist du auf der sicheren Seite, wenn du Stabilität, Aroma und Konsistenz im Espresso suchst. Es ist nicht nur einfacher – es eröffnet dir auch mehr Möglichkeiten beim Experimentieren. Der Double Espresso Shot ist dem Single Espresso Shot deshalb klar überlegen.


Double Espresso Shot

 
 
 
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