Kaffee-Blog.

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Aktualisiert: Mai 8

Wir von kaffeebrief.ch – die Kaffeemanufaktur Zürich – blicken, wie so viele kleine Unternehmen, auf ein turbulentes Jahr zurück. Trotz den Unwägbarkeiten konnten wir verschiedene Projekte vorwärts treiben, welche uns am Herzen liegen. Hier möchten wir euch über die Anstrengungen im Jahr 2020 informieren, welche wir mit unserem Engagement für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft leisten. Denn dies ist nur mit euch möglich! Danke für eure Treue und Unterstützung.

Vorneweg: Wir sind uns bewusst, dass unsere positive Wirkung als Mikrorösterei im Vergleich zu den riesigen, globalen Herausforderungen sehr klein ist. Trotzdem versuchen wir unseren Beitrag (zusammen mit all unseren Kund*innen) zu leisten.


Wohl den wichtigsten ökologischen Beitrag haben wir vergangenes Jahr im Sourcing unseres Kaffees erreicht: Der Anteil von Fair & Nachhaltig produziertem Kaffee am Gesamtumsatz beträgt deutlich über 50% (Vorjahr: 20%). Wir arbeiten hart daran, diesen Anteil weiter zu erhöhen. Leider ist dies nicht ganz einfach, da gewisse, geschmacklich einmalige Sorten (noch) nicht als Fair und Nachhaltig zertifizierte Rohkaffees erhältlich sind. Wir sind jedoch mit einigen Produzenten im Gespräch und geben nicht auf.


In diesem Zusammenhang ist auch unsere neue, koffeinfreie Kaffeealternative zu erwähnen, welche gleich bei uns um die Ecke auf dem Biohof angebaut wird: Wirklich toll schmeckender Lupinenkaffee! Dieser zeichnet sich dank des lokalen, biologischen Anbaus durch einen um ein vielfach kleineren CO2 Fussabdruck aus, als herkömmlicher Kaffee, welcher im Anbau ressourcenintensiver ist.

Ebenfalls haben wir im Bereich Verpackungen vorwärts gemacht: Für unsere Gastro- und Bürokunden setzen wir neu auf einen CO2 kompensierten, recyclingfähigen 3kg Beutel (vorher: nicht recyclingfähige 1kg Beutel). Bei den E.S.E. Pads erreichen wir dank neuen, recyclingfähigen Einzelverpackung (vorher: nicht recyclingfähige 20-er Packung) eine geringeres Gewicht der Verpackung pro Pad sowie eine Verdoppelung der Mindesthaltbarkeit, was einer Verschwendung durch abgelaufenes Haltbarkeitsdatum entgegenwirkt und so Food-Waste reduziert.


Auch bei unserer eigenen Produktion sind wir nachhaltiger geworden: In unserer Rösterei kompostieren wir seit diesem Jahr konsequent. Insbesondere aus den beim Röstprozess in rauen Mengen anfallenden Silberhäutchen wird nun Komposterde.


Neben der ökologischen Komponente geben wir uns auch Mühe, sozial unseren Beitrag zu leisten. Seit diesem Jahr machen wir bei LIFT mit, einem Jungendprogramm, welches jungen Menschen mit erschwerender Ausgangslage ermöglicht, Erfahrungen im Arbeitsmarkt zu sammeln und eine Lehrstelle finden zu können. Im Januar 2021 startet nun schon der zweite Jugendliche bei uns, was uns sehr freut!

Zudem haben viele von euch, liebe Kund*innen, einen Beitrag für Coffeekids geleistet: Anstatt bei den Rabattschlachten zum Tag des Kaffees (1. Oktober) mitzumachen, haben wir uns entschieden, vom Umsatz am 30.09. und 01.10.2020 auf kaffeebrief.ch 20% an Coffeekids zu spenden. Eine wirklich tolle Sache, danke euch an dieser Stelle noch einmal!


Wir freuen uns, auch im neuen Jahr in den Bereichen ökologisch und sozial Nachhaltigkeit weiterzumachen und hoffen ihr seid weiterhin (mit einer Tasse Kaffee) mit dabei!


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Ein einheimisches Produkt für ein besonderer Genuss



Koffeinfrei, lokal und umweltschonend. Der Lupinenkaffee überzeugt mit seinem aromatischen Geschmack als leckere Alternative zum Bohnenkaffee. Gewonnen werden die Lupinensamen aus der Süsslupinenpflanze und dienen als Ersatz zur Kaffeebohne. Einmal geröstet und gemahlen, kann der Lupinenkaffee mit verschiedenen Aufbrühmethoden zubereitet werden.

Die Samen der Lupinen dienen als Alternative für die Kaffeebohne ©pixabay


Der bittere Nachgeschmack des Decaf-Kaffees

Koffeinfreier Kaffee ist für jene Menschen eine willkommene Alternative, die Koffein nicht vertragen, dennoch nicht auf den Geschmack und das Aroma des Kaffees verzichten wollen. Leider enthält der entkoffeinierte Kaffee oft ungesunde Inhaltsstoffe, da beim gängigen Industrieverfahren die Kaffeebohnen mit Lösungsmittel eingeweicht werden und so das Koffein ausgespült wird. Rückbestande der Lösungsmittel sind oft nicht ausgeschlossen, zusätzlich besteht die Vermutung, dass Stoffe wie Dichlormethan krebserregend sind.


Vom Acker in die Tasse

Der Lupinenkaffee ist kein kalter Kaffee! Die Lupine ist eine wiederentdeckte Kulturpflanze, welche eine lange Tradition in Europa hat. Bereits seit den 1920er Jahren wurde der Kaffee schon als «Bauernkaffee» getrunken. Die Pflanze diente nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Gründüngung und Futtermittel für Tiere. Die zu den Hülsenfrüchtlern zählende Pflanze hat ihre Wirkung nicht verloren.

Die Lupine dient der Gründüngung, indem sie den Boden mit Stickstoff anreichern. Zudem können die kräftigen Wurzeln den verdichteten Boden durchdringen und verbessern somit die Durchwurzelbarkeit des Bodens für die Folgekulturen. Lokal aus dem Zürcher Oberland vom Biohof Grüthof beziehen wir unsere Süsslupinen. Sie werden unter biologischen Anbau angepflanzt und nach der Ernte in unserer Rösterei von Hand schonend geröstet.


Familie Jorge Vásquez und Beatrice Peter führen seit 15 Jahren den Grüterhof mit Bio-Knospe Zertifizierung und pflanzen seit diesem Jahr die Lupinenpflanzen an.



Florence in der Kaffeemanufaktur Zürich

Nach der ersten Verkostung waren wir in der Kaffeemanufaktur Feuer und Flamme für das Getränk. Hätten wir doch nicht geglaubt, dass sich hier ein schöner nussiger Geschmack verbirgt der sich in der Espresso Tasse aber auch Cappuccino richtig gut zuhause fühlt. Hat man mal den Mahlgrad raus, der ist um einiges gröber als beim klassischen Kaffee, bekommt man den Lupinenkaffee sogar wunderbar aus einem Siebträger. Wir haben diese Geschmacksbombe «Florence» getauft, weil nichts besser zu dieser schönen Blume passt. Unser Lupinenkaffee ist als heimisches Bio-Produkt die beste Alternative zu Bohnen- und Getreidekaffee. Nicht nur der aromatische Geschmack überzeugt, sondern die Schonung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt ist ebenfalls ein Plus.


Hier gehts zu Florence





Quellenangabe

Plantnatura: Gründüngung: Vorteile und die Wahl der richtigen Kultur. https://www.plantura.garden/gartentipps/gruenduengung-vorteile-und-die-wahl-der-richtigen-kultur.


NDR: Die Lupine - Wertvoller heimischer Eiweißlieferant: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Die-Lupine-Wertvoller-heimischer-Eiweisslieferant,lupine114.html


Organic Consumers Association: Is your Decaf Coffee Organic? If Not, It May Contain a Chemical So Toxic the EPABanned It from Paint Removers: https://www.organicconsumers.org/blog/your-decaf-coffee-organic-if-not-it-may-contain-chemical-so-toxic-epa-banned-it-paint-removers

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Aktualisiert: 16. Okt 2020

Eigentlich haben wir es ja schon immer gewusst: Wer Kaffee trinkt, lebt gesünder. Immer mehr Studien belegen unterschiedliche Facetten der gesundheitsfördernden Wirkung von Kaffee. Nun haben britische Forscher in einer grossen Metastudie die gewonnenen Erkenntnisse aus 200 wissenschaftlichen Studien gesammelt und analysiert. Kaffee hat 19 positive, nachgewiesene Effekte auf die Gesundheit gegenüber nur 6 negativen solchen Effekten. Insgesamt ist das Bild deshalb eindeutig – Kaffeekonsum wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.


Am gesundheitliche Besten fahren Kaffeetrinker mit moderatem Konsum: Bei 3-4 Tassen Kaffee am Tag sind die gemessenen, positiven Effekte auf die Gesundheit am grössten. So scheint Kaffee laut Studienautoren vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken - beispielsweise für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Ebenfalls günstig wirkt sich Kaffeekonsum auf Risiken für Alzheimer-, Parkinson- sowie diverse Krebserkrankungen, Leberzirrhose und Diabetes Typ 2 aus. Zudem kann man Depressionen vorbeugen, indem man regelmässig Kaffee trinkt.


Auch eine lange propagierte Binsenwahrheit ist widerlegt: Der Kaffeekonsum hat demnach keinen Einfluss auf den Bluthochdruck.



Kaffee sorgt für mehr Gesundheit

Doch warum all diese günstigen Effekte auf die Gesundheit? Röstkaffee enthält komplexe Verbindungen aus über 1‘000 bioaktiven Substanzen. Die genaue Wirkungsweise zu ergründen ist deshalb bis heute nicht gelungen. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass ein moderater Kaffeekonsum von 3-4 Tassen mit einer besseren Gesundheit einhergeht – wenn das mal nicht gute Neuigkeiten sind!


Studie zum nachlesen:

R. Poole, O. J. Kennedy, P. Roderick, J. A. Fallowfield, P. C. Hayes, J. Parkes (2017): Coffee consumption and health: umbrella review of meta-analyses of multiple health outcomes

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29167102?dopt=Abstract

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