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Kaffee-Blog.

Mehr als Kaffeesatz lesen.

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Vor rund einem Jahr hat sich bei uns in der Rösterei viel verändert. Wir sind zwei Häuser weiter in eine neue Location umgezogen – und gleichzeitig hat auch unsere neue Röstmaschine ihren Betrieb aufgenommen.


Diese Umstellung war für uns ein grosser Schritt: Sie verbessert die Qualität unseres Kaffees, macht unsere Produktion effizienter und hilft uns, nachhaltiger zu arbeiten.


Links die Anlieferung des neuen Rösters: Da war noch einiges in der Schwebe. Rechts der alte Gasröster kurz bevor er sein neues Leben als Zweitröster in einer befreundeten Rösterei gestartet hat (es gibt ihn also noch).
Links die Anlieferung des neuen Rösters: Da war noch einiges in der Schwebe. Rechts der alte Gasröster kurz bevor er sein neues Leben als Zweitröster in einer befreundeten Rösterei gestartet hat (es gibt ihn also noch).


Möglich gemacht durch eure Unterstützung


Die Anschaffung der neuen Röstmaschine war eine grosse Investition für unsere kleine Rösterei. Umso mehr freuen wir uns, dass wir sie unter anderem Dank unseren Kundinnen und Kunden sowie der Unterstützung aus dem Crowdfunding realisieren konnten.


Dass so viele Menschen unser Projekt unterstützt haben, hat uns enorm motiviert – und wir sind sehr dankbar dafür.


Mehr Kontrolle für besseren Geschmack


Die neue Maschine erlaubt nicht nur mehr Menge zu rösten sonder auch eine deutlich feinere Steuerung des Röstprozesses. Temperatur, Luftstrom und Röstprofile lassen sich präziser einstellen als zuvor.

Für uns als Röster bedeutet das: Wir können die Eigenheiten jeder Bohne noch besser herausarbeiten. Fruchtige Noten, feine Süsse oder schokoladige Aromen lassen sich gezielter entwickeln, ohne dass Bitterkeit entsteht.


Kurz gesagt: Die Bohnen bekommen genau die Röstung, die sie verdienen.


Unsere neue Location: Im Hintergund mittig die neue Röstmaschine, oben rechts davon die Filteranlage.
Unsere neue Location: Im Hintergund mittig die neue Röstmaschine, oben rechts davon die Filteranlage.


Rösten mit Strom statt Gas - endlich


Ein besonders wichtiger Unterschied: Die neue Röstmaschine arbeitet vollständig elektrisch.

Bis vor einem Jahr waren wir auf Gas angewiesen, wie fast alle Kaffeerösterein in der Schweiz – mit allen negativen Konsequenzen, die das mit sich bringt.


Gaspreise schwanken stark und die Herkunft des Gases ist oft politisch und ökologisch problematisch und das Verbrennen des Gases beim Röstprozess stösst CO2 aus. Zudem mussten Gasbehälter bestellt, gelagert und wieder abgeholt werden. Mit der neuen Maschine sind wir davon unabhängig. Und das für uns besonders wichtig: Wir sparen durch den Wegfall von Gas im Röstprozess eine Menge CO2-Emissionen ein. Denn röstet die neue Maschine nicht nur mit Strom sondern macht dies auch noch deutlich effizienter, sprich energiesparender.


Bald folgt ein separater Blogartikel zum Thema CO2 Emissionen im Zusammenhang mit Kaffee und wie wir hier in der Schweizer Röstszene vorangehen.


Solarstrom vom eigenen Dach


Der Umzug in unsere neue Location bringt noch einen weiteren Vorteil: Wir können einen Teil unseres Stroms direkt vom Dach beziehen. Die Solaranlage des Gebäudes liefert Sonnenstrom, welchen wir für das Rösten nutzen können. So kommt ein Teil der Energie für euren Kaffee direkt von der Sonne (der Rest des Stroms ist ebenfalls grün und kommt von der EWZ).


Moderne Filtertechnik


Auch bei den Emissionen hat sich viel verbessert. Die neue Röstmaschine ist mit modernen Filteranlagen ausgestattet, die Geruch und Rauchemissionen stark reduzieren. So entfernen wir nicht nur die Häutchen beim Rösten des Kaffees, sondern haben auch einen UV-Filter, einen elektrostatischen Filter sowie Aktivkohlefilter instaliert.


Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Nachbarschaft.


Ein Schritt nach vorne


Mit der neuen Röstmaschine haben wir vor einem Jahr einen wichtigen Schritt für die Zukunft unserer Rösterei gemacht. Sie hilft uns dabei, Kaffee noch besser zu rösten - damit er bei euch in der Tasse optimal schmeckt. Und dabei agieren wir deutlich nachhaltiger als zuvor mit reduzierten CO2 Emissionen und


Wenn du mal in der Gegend bist (Grubenstrasse 29, 8045 Zürich), komm vorbei, wir freuen uns!

 
 
 

Aktuell (Stand Januar 2026) bieten wir in unserer Special Process Edition den Whiskey Barrel Aged - Honduras Moke an. Doch was ist Whiskey Barrel Aged Kaffee eigentlich?


Whiskey Barrel Aged Coffee oder "Whiskeyfass gereifte Kaffeebohnen" ist eine noch eher unbekannte, aber faszinierende Kaffeespezialität, die in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen hat – vor allem bei Kaffeeliebhabern und Fans von gealterten Getränken wie Wein, Rum oder eben Whiskey. Dabei handelt es sich um Kaffee, der auf besondere Weise veredelt wird: durch die Reifung in gebrauchten Whiskey-fässern.

Doch was steckt genau dahinter – und warum schmeckt dieser Kaffee so aussergewöhnlich?


Der Barrel-Aging-Prozess

Am Anfang steht die sorgfältige Auswahl hochwertiger, grüner Kaffeebohnen. Diese werden vor dem Rösten in Fässer gefüllt, die zuvor Spirituosen oder Wein enthielten. Die Wahl des Fasses spielt dabei eine zentrale Rolle, denn jedes Fass bringt seine ganz eigenen Aromen mit.

Whiskeyfässer verleihen dem Kaffee zum Beispiel Noten von Eiche, Karamell, Vanille und manchmal sogar einen Hauch Rauch. Rumfässer sorgen eher für süssliche, tropische Akzente, während Weinfässer fruchtige und erdige Nuancen beisteuern können.

Die Reifezeit variiert je nach Röster und gewünschtem Geschmacksprofil und kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. In dieser Zeit nehmen die Bohnen die im Holz und in den Fassrückständen enthaltenen Aromen langsam auf. So entsteht eine harmonische Verbindung aus Kaffee und Fasscharakter.



Einfluss auf den Geschmack

Das Besondere an Barrel Aged Coffee ist sein komplexes und vielschichtiges Aromaprofil. Die Kaffeebohnen nehmen Duft- und Geschmacksstoffe der Spirituosen auf, ohne dabei alkoholisch zu werden.

Das Ergebnis sind Kaffees mit aussergewöhnlichen Noten – von Vanille und Karamell über reife Früchte bis hin zu feinen Gewürzanklängen. Jeder Schluck bietet ein neues Geschmackserlebnis und spricht sowohl Kaffeegeniesser als auch Liebhaber edler Spirituosen an.


Unterschiedliche Fässer, unterschiedliche Aromen

Die Vielfalt an Fassarten macht Barrel Aged Coffee besonders spannend. Verwendet werden unter anderem Fässer aus Bourbon, Rum, Scotch Whiskey sowie Rot- und Weisswein. Jedes Fass prägt den Kaffee auf seine eigene Weise.

Whiskeyfässer bringen meist warme, holzige und süssliche Aromen mit, während Weinfässer fruchtige, teilweise leicht säuerliche und erdige Nuancen hinzufügen. Diese Vielfalt ermöglicht es, immer wieder neue Geschmacksrichtungen zu entdecken.


Vorteile von Barrel Aged Coffee

Komplexer Geschmack: Die Fassreifung verleiht dem Kaffee eine Tiefe und Vielschichtigkeit, die mit klassischen Röstmethoden kaum erreichbar ist. Holz-, Karamell-, Vanille- oder Fruchtnoten verbinden sich mit dem natürlichen Kaffeearoma.

Geringere Säure: Durch den Reifeprozess wird die natürliche Säure des Kaffees oft reduziert. Das macht ihn besonders angenehm für Menschen, die empfindlich auf säurebetonten Kaffee reagieren.

Genuss für Spirituosenliebhaber: Wer Whiskey, Rum oder Wein schätzt, findet im Barrel Aged Coffee eine spannende Möglichkeit, vertraute Aromen in neuer Form zu erleben – ganz ohne Alkohol.

Grosse Vielfalt: Unterschiedliche Bohnen, Holzarten, Fassarten und Herkunftsregionen sorgen für eine enorme Bandbreite an Geschmacksprofilen. So findet jeder seinen persönlichen Favoriten.

Ein besonderes Erlebnis: Barrel Aged Coffee ist mehr als nur Kaffee. Jede Tasse ist eine sensorische Reise und verbindet Handwerkskunst, Kreativität und Genuss auf einzigartige Weise.


Fazit

Whiskey Barrel Aged Coffee ist die perfekte Wahl für alle, die auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen und intensiven Kaffeeerlebnis sind. Die Kombination aus hochwertigem Kaffee und den Aromen edler Spirituosen schafft ein Produkt, das neugierig macht und die Sinne begeistert.

Wenn du Kaffee mit Charakter und Wiedererkennungswert suchst, lohnt es sich definitiv, die Welt des Barrel Aged Coffee zu entdecken – jede Tasse ist ein kleines Abenteuer.

 
 
 

Ihr kennt es vielleicht: Da kauft ihr die teuersten Kaffeebohnen im Sortiment eures Lieblingsrösters und was aus dem Siebträger rauskommt ist entäuschend. Ein Grund: Teurere Kaffeebohnen werden vielfach so angebaut und verarbeitet, dass sie ein möglichst charakteristisches Geschmacksprofil aufweisen, viele mit einer ausgeprägten Säure. Diese Art von Kaffeebohnen werden dann meist heller geröstet, um die charakteristischen Eigenschaften der Kaffeebohne nicht zu stark durch (eher generische) Röstaromen zu überschreiben. Das machen wir auch so, zum Beisiel mit den meisten Bohnen unserer Special Process Edition.


Das Resultat von ausgeprägter Säure und helleren Röstungen sind komplexe und fruchtige, aber für die Espressozubereitung auch sensiblere Kaffeebohnen. Sie verlangen eine präzisere und gegenüber dunkler gerösteten Kaffeebohnen angepasste Extraktion.


Dunkle Röstungen verzeihen mehr. Sie entfalten auch bei suboptimaler Durchlaufzeit und tieferen Temperaturen etc. genügend Aroma: schokoladig, nussig, voll. Fruchtig und hell geröstete Kaffeebohnen brauchen Fingerspitzengefühl, dunkel geröstete Kaffeebohnen sind etwas robuster – beide belohnen auf ihre Weise.


So bereitest du deine Mühle und Espressomaschine für hell geröstete, fruchtige Kaffeebohnen vor, wenn du als letztes eher dunkler geröstete Bohnen zubereitet hast:

  1. Wähle einen feineren Mahlgrad: Hell geröstete Kaffeebohnen haben eine höhere Dichte, weshalb sie von feinerer Mahlung profitieren. Eine Ausnahme hierbei können manche "Natural" Kaffeebohnen sein (hier mehr zu Naturals), welche aufgrund des karamelisierten Zuckers bei feiner Mahlung auch gern mal verstopfen können.

  2. Bei fruchtigen Röstungen lohnt es sich, die Brew Ratio leicht zu erhöhen, z. B. statt 1:2 eher 1:2.3 oder 1:2.4 zu nutzen. Dadurch wird der Espresso klarer, strukturierter und weniger intensiv sauer (hier mehr zum Brew Ratio).

  3. Durchlaufzeit erhöhen: Mit einer höheren Durchlaufzeit werden mehr Röstaromen extrahiert. Dadurch balanciert man dominantere Säuren geschmacklich besser aus. Durchlaufzeiten von 30 oder sogar mehr Sekunden können durchaus angebracht sein.

  4. Brühtempertur überprüfen: Dunkel geröstete Bohnen extrahieren oft auch bei 90 Grad noch einen passablen Espresso. Bei hell gerösteten Bohnen gehen bei Temperaturen unter 90 Grad aber die fruchtigen Noten verloren und das Resultat ist ein flacher und saurer Espresso. Falls du dies an deiner Espressomaschine einstellen kannst, stelle sicher, dass deine Brühtemperatur irgendwo zwischen 92-94 Grad Celsius liegt.


Pro-Tipp für fruchtige, hell geröstete Kaffeebohnen:

Vorliebe für Espresso aus fruchtigen und hell gerösteten Kaffeebohnen ist ein sogenannter erworbener Geschmack (acquired taste). Wie bei rauchigem Whiskey, stark gereiftem Käse oder fermentiertem Gemüse wie Kimchi braucht es Zeit, bis sich dein Gaumen an diese Geschmacksrichtung gewöhnt. Wenn du also fruchtigen Espresso bis jetzt nicht magst: Versuche immer wieder mal einen fruchtigen Espresso, auch wenn es (noch) nicht deins ist - als Belohnung wartet eine ganze Welt voller neuer Geschmäcker in deinem Lieblingsgetränk.


fruchtiger Espresso
fruchtiger Espresso

 
 
 
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